Terror und Geschichte

Geschichte / Theologie
Als Ver­non Way­ne How­ell 1981 zu den Branch Davi­di­ans stiess, war er ein jun­ger, schlan­ker Mann, der rela­tiv gut Gitar­re spiel­te, lan­ge Haa­re hat­te, schmut­zi­ge Jeans trug und eine begrenz­te Bil­dung hat­te. Die Branch Davi­di­ans waren eine Abspal­tung der Sie­ben Tages Adven­tis­ten, die wegen ihrer Radi­ka­li­tät aus der Kir­che aus­ge­schlos­sen wor­den waren. Sie waren der Anschau­ung, dass nach dem zwei­ten Kom­men Chris­ti das tau­send­jäh­ri­ge Reich des Frie­dens anbrä­che, und leb­ten in einer gespann­ten Erwar­tung, dass dies unmit­tel­bar bevor­stün­de.
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Öde und Bauen

Denken

Es gab in Micha­el Endes Momo,

einem damals als Kult ver­ehr­ten und spä­ter ver­film­ten Kin­der­buch, das Bild, graue Zeit­die­be wür­den den Men­schen Zeit und Sinn­lich­keit rau­ben und nichts ande­res als eine graue Wüs­te hin­ter­las­sen.

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Architektur und Himmel

Fotografie


 

Auch einer der Orte, die frü­her auch Refu­gi­um für die­je­ni­gen aus dem Nor­den waren, die vor Käl­te und Gewinn­stre­ben geflo­hen sind. Jetzt sind neue Stra­ßen gezo­gen, für Geld & Gäs­te, die ein­mal kom­men sol­len.

Die­je­ni­gen, die jetzt aus dem Nor­den zuzie­hen, wer­den das Frü­he­re nie ver­ste­hen.

Es war Samstag

Berlin / Denken / Nonfiction / Theologie

Was hältst Du von dem IS?”

Es war Anfang Dezem­ber und Sams­tag Nacht, die U-Bahn fuhr nach Neu­kölln, um mich her­um saß eine Grup­pe jun­ge Män­ner. Sie rede­ten mit­ein­an­der und scherz­ten. Sie hat­ten dunk­le­re Haut und Drei-Tage Bär­te und die Figur von Leu­ten, die regel­mä­ßig Sport machen oder mehr­mals wöchent­lich ins Fit­nesstu­dio gehen. Ver­mut­lich waren sie tür­kisch oder ara­bisch stäm­mig, sie rede­ten auf Deutsch, ich hör­te nicht hin, da ich noch mei­nen Gedan­ken nach­hän­gen woll­te. Sie waren offen­bar Freun­de und neck­ten sich. Der Zug war nur halb­voll, es war noch vor Mit­ter­nacht, die jugend­li­chen Par­ty­gäs­te, die wie von Mode­ma­ga­zi­nen gecas­tet wir­ken, noch nicht da.
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Auf literarischen Spuren spazieren..

Berlin / Fiction

Nähe Anna-Louisa-Karsch StrasseIch bin auf lite­ra­ri­schen Spu­ren spa­zie­ren und erstaunt über die radi­ka­len Brü­che, die die Ver­kehrs­schnei­sen schla­gen. Wie mas­siv hat man mit dem Bau­haus, dem mas­sen­wei­se abge­schla­ge­nen Stuck der Fas­sa­den und durch die schmuck­lo­sen sach­li­chen Neu­bau­ten der Drei­ßi­ger­jah­re am Alex­an­der­platz eine radi­ka­le Moder­ne pro­pa­giert.
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Die Vergessenen der Cappuccinolinken

Denken / Nonfiction

Neukölln, außerhalb der Hipsterspielwiese

Von wem dür­fen sich die Aus­ge­beu­te­ten und Schutz­lo­sen heu­te ver­tre­ten und ver­stan­den füh­len? An wen wen­den und auf wen stüt­zen sie sich, um poli­tisch und kul­tu­rell zu exis­tie­ren, um Stolz und Selbst­ach­tung zu emp­fin­den, weil Sie sich legi­tim, da von einer Macht­in­stanz legi­ti­miert, füh­len? Oder ganz schlicht: Wer trägt der Tat­sa­che Rech­nung, dass sie exis­tie­ren, dass sie leben, dass sie etwas den­ken und wol­len?”

Etwa die Front Natio­nal?

Didier Eri­bon, Rück­kehr nach Reims, Suhr­kamp 2016, S.39