Alle Artikel mit dem Schlagwort: Islam

Es war Samstag

Berlin / Denken / Nonfiction / Theologie

“Was hältst Du von dem IS?” Es war Anfang Dezem­ber und Sams­tag Nacht, die U-Bahn fuhr nach Neu­kölln, um mich her­um saß eine Grup­pe jun­ge Män­ner. Sie rede­ten mit­ein­an­der und scherz­ten. Sie hat­ten dunk­le­re Haut und Drei-Tage Bär­te und die Figur von Leu­ten, die regel­mä­ßig Sport machen oder mehr­mals wöchent­lich ins Fit­nesstu­dio gehen. Ver­mut­lich waren sie tür­kisch oder ara­bisch stäm­mig, sie rede­ten auf Deutsch, ich hör­te nicht hin, da ich noch mei­nen Gedan­ken nach­hän­gen woll­te. Sie […]

Manchmal ist jener Schwert und dieser Scheide, manchmal umgekehrt

Nonfiction / Theologie

Die­ser Satz, der auf schwu­len Sex ver­weist, ist Zitat aus der Abhand­lung über die Lie­be im theo­lo­gi­schen Haupt­werk von Ahmad al Ghazz­a­li, einem der wich­tigs­ten isla­mi­schen Theo­lo­gen und Mys­ti­ker. Ahmad al Ghazz­a­li leb­te im Mit­tel­al­ter kurz nach der Jahr­tau­send­wen­de in Bag­dad, der dama­li­gen intel­lek­tu­el­len und wirt­schaft­li­chen Metro­po­le. Er gilt als der­je­ni­ge, der die Lie­bes­ly­rik und Mys­tik der Sufis mit der Ortho­do­xie des Islams ver­ei­nen konn­te, in sei­nen Gedan­ken über die Lie­be legt er noch­mals die Grund­zü­ge […]

Unterschwellige Islamophobie trägt den Mantel des falschen Respektes

Nonfiction / Theologie

Allah ist mit den Stand­haf­ten, Begeg­nun­gen mit der isla­mi­schen Revo­lu­ti­on, hiess eines der vie­len Bücher, die Peter Scholl-Latour ver­fasst hat­te. Damals, 1983, war der ers­te Golf­krieg, fana­ti­sche jun­ge Män­ner auf ira­ni­scher Sei­te ris­sen sich die Hem­den auf, bevor sie mit nack­ter Brust auf die Minen­fel­der und ver­bun­ker­ten Sol­da­ten auf ira­ki­scher Sei­te los­stürm­ten. Als Inkar­na­ti­on des Fana­tis­mus schien der grei­se, humor­lo­se Aja­tol­lah Chomei­ni über ein Land voll reli­giö­sem Fana­tis­mus zu herr­schen, wäh­rend in Afgha­ni­stan Mud­scha­he­din gegen […]

Die Mutter aller Städte

Denken / Fotografie / Nonfiction / Theologie

    Das Eigen­ar­ti­ge ist, war­um Men­schen, die so dicht, arm und gedrängt leben müs­sen, zumin­dest äus­ser­lich so freund­lich sind. Und war­um wir, die Men­schen des rei­chen Wes­tens, das urba­ne Desas­ter so pit­to­resk fin­den, als ob wir ein Leben, das ein­mal war, ver­lo­ren haben und nicht mehr wis­sen, wo es noch zu fin­den wäre. Als ob es eine Welt gäbe, die ver­lo­ren ist, obwohl sie für die ande­ren, die dort leben, wahr­schein­lich weder schön, noch […]