Moderne und Glas

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Im Mai 1933 wur­de das von Hans Scharoun ent­wor­fe­ne Haus Schmin­ke in Löbau, Sach­sen, fer­tig. Es war das Haus eines Nudel­fa­bri­kan­ten, der es bis 1945 mit sei­ner Fami­lie bewohn­te. Auch wenn das Gebäu­de schein­bar die Gren­zen zwi­schen Außen und Innen auf­he­ben will und eine fast gren­zen­lo­se Offen­heit pro­pa­giert, war es doch dank Ein­fach­ver­gla­sung und gro­ßer Fens­ter wohl im Win­ter nur durch den mas­si­ven Ein­satz einer mit Koh­le befeu­er­ten Zen­tral­hei­zung bewohn­bar. Wie in der nahe­zu zeit­gleich errich­te­ten Vil­la Tugend­t­hat in Brünn sind die Zim­mer der Kin­der von einer fast monas­ti­schen Karg­heit, als wäre der jun­ge Mensch auch in der Moder­ne ein Objekt mas­si­ven For­mungs­wil­lens. Gleich­zei­tig erschei­nen die Vil­la Tugend­t­hat, die im Win­ter eben­falls ein ther­mi­sches Desas­ter war weil man angeb­lich im Man­tel essen muss­te, und das Haus Schmin­ke wie tas­ten­de und gleich­zei­tig ver­schwen­de­ri­sche Vor­grif­fe auf eine Ära schein­bar unfass­ba­rer tech­ni­scher Mög­lich­kei­ten und gren­zen­lo­ser Res­sour­cen.