Benjamín Solari Parravicini

Geschichte / Nonfiction / Theologie
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Es gibt ein merk­wür­di­ges Bild, gezeich­net in Tran­ce kurz vor dem zwei­ten Welt­krieg. Es zeigt Japan, trau­ern­de Engel und ein Epi­zen­trum genau da, wo Fuku­shi­ma ist. La Bom­ba steht da geschrie­ben. Gleich­zei­tig sieht man trau­ern­de Engel, Naga­sa­ki, das fast durch eine Atom­bom­be aus­ge­löscht wur­de, war eine halb katho­li­sche Stadt. Sie liegt, wie auch Hiro­shi­ma, im Süden Japans, dort, wo auf der Zeich­nung der Toten­kopf ist. Es ist, als hät­ten sich in Tran­ce bei­de Ereig­nis­se ver­mischt, die Bom­ben und die durch­brann­ten Reak­to­ren, viel­leicht weil bei­de mit der­sel­ben nuklea­ren Ener­gie zu tun hat­ten und haben, von der vor dem Krieg nur weni­ge eine Vor­stel­lung hat­ten.

Ben­jamín Sola­ri Par­ra­vici­ni gilt eini­gen als der Nos­trada­mus des zwan­zigs­ten Jahr­hun­derts. Er war Künst­ler, Intel­lek­tu­el­ler und stamm­te aus einer der pri­vi­le­gier­tes­ten Fami­li­en Argen­ti­ni­ens. Angeb­lich, so ist die Legen­de, habe in Tran­ce ein Engel ihm die Bil­der gezeich­net, Psy­cho­gra­fi­ken nann­te er sei­ne Bil­der, die teil­wei­se en détail Ein­zel­hei­ten des Zwei­ten Welt­krie­ges vor­her­sa­gen, einen kom­men­den Katak­lys­mus beschrei­ben und dazu ver­stö­ren­de Ein­zel­hei­ten wis­sen wol­len.

Lei­der, das kommt dazu, tra­ten dann blon­de, blau­äu­gi­ge Aus­ser­ir­di­sche dazu, die Para­vici­ni kon­tak­tiert haben sol­len und das alles in etwas merk­wür­di­ges Fahr­was­ser gera­ten las­sen. Denn Par­ra­vici­ni, und das unter­schei­det ihn von all den ande­ren Sehern und Pro­phe­ten der katho­li­schen Tra­di­ti­on, sieht schon immer Außer­ir­di­sche kom­men und am Wer­ke, dazu ent­sprän­ge die Geschich­te der Mensch­heit durch­aus den Außer­ir­di­schen.

Par­ra­vici­ni ist noch in einer ande­ren Hin­sicht eine Aus­nah­me. In einer der merk­wür­digs­ten Regeln der geis­ti­gen Welt wird zwar häu­fig in den Bot­schaf­ten ein sym­bo­li­scher Zeit­punkt für den Katak­lys­mus genannt, aber nie eine Jah­res­zahl. Selbst Nos­trada­mus, dem sei­ne Anhän­ger die Kennt­nis des genau­en Zeit­punk­tes zutrau­en, ver­schlüs­sel­te sei­ne Tex­te der­art, dass sie manch­mal im Nach­hin­ein zu deu­ten sind, aber gewiss nicht im Vor­aus. Par­ra­vici­ni ver­zich­tet hin­ge­gen fast völ­lig auf so einen kryp­ti­schen Schnick­schnack, mit einer leicht zu begrei­fen­den Addi­ti­on sind sei­ne Daten manch­mal auf eine kur­ze Span­ne von Jah­ren bezo­gen. Das ist ver­däch­tig und aus­ser­halb der Tra­di­ti­on, in der sonst pro­phe­zeit wur­de. Bei den Psy­cho­gra­fi­ken vom künst­li­chen Her­zen und der Befrei­ung von Paris 1944 etwa lag Par­ra­vici­ni auf das Jahr genau.

Bild­quel­le: Face­book, Ben­ja­min Sola­ri Par­ra­vici­ni — Argen­ti­na